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25 Jahre HIV-1: David Ho zieht Bilanz

Die AIDS-Pandemie hat die Menschheit vor bisher noch nie da gewesene wissenschaftliche, medizinische und moralische Herausforderungen gestellt“, schreiben David Ho und Paul Bieniasz vom Aaron Diamond AIDS Research Center der Universität New York in einem Essay in der Fachzeitschrift Cell. In den 25 Jahren seit der Entdeckung des HIV-Virus habe es außergewöhnliche wissenschaftliche Entdeckungen gegeben, die zu dramatischen Erfolgen, aber auch Misserfolgen auf dem Weg vom Labor in die medizinische Praxis führten. Ernüchternd sei weiterhin, dass AIDS nach wie vor viele Todesopfer fordert – weltweit sind bisher 25 Millionen Menschen an HIV/AIDS gestorben und zur Zeit leben 33 Millionen Menschen mit HIV/AIDS –, das Schlimmste sei möglicherweise aber vorbei, so das Fazit der beiden Forscher.

Ho und Bieniasz spannen einen weiten Bogen von der Entdeckung des Virus über dessen Charakterisierung und Ursprung, die HIV-Pathogenese und heutigen Behandlungsmöglichkeiten hin zur Prävention. So ist HIV-1 das am meisten untersuchte Virus und gilt als Modellsystem in der Virologie, um zelluläre Veränderungen, die durch Viren hervorgerufen werden, zu untersuchen. Die einzelnen Schritte der HI-Virusvermehrung sind teilweise bis zu den atomaren Vorgängen aufgeklärt, so beispielsweise wie sich die einzelnen viralen Bestandteile zusammenfügen und wie sich das konusförmige Kernstück in den reifen Viren bildet. Was jedoch während des Eintritts und in die Wirtszelle und kurz danach sowie bei der Integration der DNA auf molekularer Ebene geschieht, liegt teilweise noch im Dunkeln. HIV gehört zu einer großen Gruppe von Retroviren, die natürlicherweise nur in afrikanischen Menschenaffen vorkommt. So ist ein Vorläufer von HIV das SIVcpz der Schimpansen. Normalerweise ruft SIV in den natürlichen Wirten wie Mangabenaffen und Schimpansen keine Erkrankung hervor; das ist jedoch der Fall, wenn das Virus (HIV-1 und HIV-2 beim Menschen und SIV bei Makaken) auf einen neuen Wirt übertragen wird. Die fehlende Pathogenität im natürlichen Wirt liegt darin begründet, dass die hohe Virusreplikation anders als beim Menschen von der lymphatischen Aktivierung entkoppelt ist. Und genau diese Immunaktivierung charakterisiert die pathogenetische Infektion von HIV im Menschen und SIV in Makaken. Der Schlüssel zur vollständigen Aufklärung der Pathogenese und damit auch zu einem noch besseren Behandlungsansatz liegt den beiden Autoren zufolge in diesem Phänomen.

Ho DD und Bieniasz PD. HIV-1 at 25. Cell 16. Mai 2008; 133: 561-565

 

Stand vom  17. Januar 2012 | Copyright 2012 Abbott GmbH & Co. KG | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Druckversion