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Fischöl verlangsamt auch das Altern

Je höher die Konzentration der beiden Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexapentaensäure (DHA) im Blut von KHK-Patienten, um so geringer ist die Rate der Telomerverkürzung im Verlauf von fünf Jahren – ein Hinweis für einen langsameren Alterungsprozess.

Immer mehr Daten weisen darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren auch das Altern positiv beeinflussen. So senken diese Fettsäuren die altersbedingte Abnahme der Pulswellengeschwindigkeit, die als Maß der Gefäßsteifigkeit gilt. Auch die altersbedingte Abnahme der Kognition und die Rate der altersbedingten Makular-Degeneration sinken mit Omega-3-Fettsäuren. Erhalten Ratten eine Nahrungsergänzung mit EPA/DHA, verlängert sich ihr Leben um ein Drittel. Bisher war nicht bekannt, wie die Fettsäuren das Altern verlangsamen. Als ein möglicher Mechanismus wurde die Beeinflussung der Telomerlängen diskutiert, die als Marker für das biologische Alter gelten.

Eine US-amerikanische Forschergruppe untersuchte deshalb von September 2000 bis Januar 2009 die Länge der Leukozytentelomere von 608 KHK-Patienten im Rahmen einer Substudie der großen „Heart and Soul Study“ zu Beginn der Studie und nach fünf Jahren. Das Ergebnis: Patienten mit dem niedrigsten Quartil EPA- und DHAKonzentrationen im Blut hatten die schnellste Verkürzungsrate der Telomere (0,13 telomere-to-single-copy ratio [T/S] units im Verlauf von 5 Jahren), Patienten mit dem höchsten Quartil EPA und DHA-Konzentrationen im Blut hatten die langsamste Telomer- Verkürzungsrate (0,05 T/S units im Verlauf von 5 Jahren).

Die Erklärung der Autoren zum Wirkmechanismus: Sauerstoffradikale wirken an der Telomer-DNA und verursachen den Verschleiß der Telomere während der Mitose – die Omega-3 Fettsäuren verringen den oxidativen Stress an den Telomeren, indem sie die Produktion von antioxidativen Enzymen stimulieren. Die Fettsäuren scheinen auch in gesunden Zellen das Enzym Telomerase zu aktivieren. Bisher war nur bekannt, dass sie in Tumorzellen die Telomerase aktivieren.

Die Forscher konnten mit dieser Studie zeigen, dass die Leukozyten-Telomerlängen intraindividuell über die Zeit von der Höhe der Omega-3-Fettsäure-Konzentration abhängen, nicht jedoch, dass Patienten mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zu Beginn der Studie längere Telomere hatten. Ihre Erklärung: Die Telomerlänge wird außer von den Fettsäuren von weiteren Faktoren wie systemischer Entzündung, Übergewicht, oxidativer Stress und Mangel an körperlicher Bewegung beeinflusst. Diese intraindividuelle Variabilität soll Gegenstand weiterer Forschung sein.

Farzaneh-Far R et al. JAMA 3. Januar 2010; 303(3):250-257

http://natap.org/2010/HIV/012010_01.htm


Was ist eigentlich ein Telomer?

Telomere sind die „Schutzkappen“ der Chromosomen und spielen eine wichtige Rolle bei der Alterung der Zelle.

Sie sitzen am Ende der linearen Chromosomen von Eukaryonten und bestehen aus einer mehr als tausendfachen Abfolge der Nukleotisequenz TTAGGG. Bei jeder mitotischen Zellteilung verkürzen sich die Telomere, da die DNA-Polymerase das 3’-Ende der linearen DNA nicht vollständig replizieren kann: Je kürzer die Telomere, um so älter ist die Zelle. Wird eine gewisse Länge der Telomere unterschritten, kommt es zur Apoptose oder Seneszenz. Die Begrenzung des Zelllebens ist ein Mechanismus der Tumorsuppression. Das Enzym Telomerase kann die Telomere aufbauen. Deren Aktivität ist in Tumor-, Stamm- und Keimzellen hoch.

 

Stand vom  17. Januar 2012 | Copyright 2012 Abbott GmbH & Co. KG | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Druckversion