Frauen sind 7-10 Tage nach dem Eisprung besonders anfällig für eine HIV-Infektion
Obwohl 85 % der sexuellen HIV-Transmission vom HIV-infizierten Mann auf die Frau erfolgt, wurde das Immunsystem der weiblichen Fortpflanzungorgane bisher wenig erforscht, vor allem die Frage wie einerseits der Schutz vor Pathogenen und anderseits die Fortpflanzung gewährleistet wird. Charles War und John Fahey von der Universität New Hampshire, USA, untersuchten, wie HI-Viren dem immunologischen Schutz der Vagina- und Gebärmutter-Schleimhaut ausweichen. In einem normalen Menstruationszyklus gibt es 7-10 Tage nach dem Eisprung ein Zeitfenster, in dem ausgelöst durch die Hormone Östrogene und Progesteron die zelluläre und humorale Immunität im oberen (Tuben, Uterus und innerer Gebärmutterhals) und unteren (Vagina und äußerer Gebärmutterhals) Fortpflanzungstrakt „heruntergefahren“. Damit ist gewährleistet, dass die Spermien auf dem Weg zur Eizelle nicht als körperfremdes Pathogen unschädlich gemacht wird. Das überraschende Ergebnis: In genau diesem Zeitfenster ist auch das Risiko einer Infektion erhöht, und zwar zum einen wegen der unterdrückten Immunabwehr und zum anderen wegen einer Hochregulierung von Korezeptoren auf Zielzellen, die für die Aufnahme von Viren eine Rolle spielen. Nun gilt es herauszufinden, wie diese Immuntoleranz ausgeschaltet werden kann, ohne dass auch die Fortpflanzung gefährdet ist.
Wira C und Fahex J. A new strategy to understand how HIV infects women: identification of a window of vulnerability during the menstrual cycle. AIDS 2008; 22(15): 1909-1917
http://natap.org/2008/HIV/092308_04.htm



