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Hormonelle Kontrazeption nach wie vor schwierig für HIV-positive Frauen

HIV-infizierte Frauen, die mit Gestagen-Implantaten verhüten, haben erniedrigte HDL-Werte und eine erhöhte Insulinresistenz. Die Kontrazeption mit kombinierten Östrogen/Gestagen-Produkten (Pille oder Pflaster) hat zwar Vorteile hinsichtlich des metabolischen Risikos, dafür wird jedoch deren Wirksamkeit durch die antiretrovirale Therapie eingeschränkt.

In den USA sind die meisten HIV-Infizierten, die jünger als 25 Jahre sind, Frauen und die HIVPrävalenz steigt in dieser Gruppe stetig. Die hormonelle Kontrazeption ist also ein immer wichtiger werdendes Thema: Kondome sind zwar Mittel der Wahl zur Prävention von HIV, aber kein ausreichend sicheres Verhütungsmittel. Bekanntermaßen verursacht und verstärkt die hormonelle Kontrazeption in der Allgemeinbevölkerung vor allem bei Frauen mit Risikofaktoren für metabolische Störungen weitere metabolische Störungen wie niedrige HDL-Konzentration, Hypertriglyzeridämie, Insulinresistenz und erhöhte Glukose-Konzentration – Störungen wie sie auch eine HIV-Infektion hervorrufen kann. Inwieweit sich der Einfluss verschiedener hormoneller Kontrazeptiva auf den Metabolismus von HIV-positiven und HIV-negativen Frauen auswirkt, untersuchten Julie Womack und ihre Kollegen von der Yale University School of Nursing, New Haven/Connecticut.

Zwischen 2000 und 2005 wurden die Blutproben von 885 HIV-positiven und 408 HIV-negativen Frauen hinsichtlich Lipid- und Zuckerstoffwechsel analysiert. Im Vergleich zu Frauen, die keine hormonelle Kontrazeption durchführten, war bei Frauen mit Gestagen-Implantanten der HDLWert erniedrigt (minus 3mg HIV-positiv versus minus 6mg HIV-negativ) und die geschätzte Insulin-Resistenz (homoeostasis model assessment estimate of insulin resistance [HOMA-IR] plus 0,86 versus plus 0.56) erhöht. Bei Frauen, die hormonelle Kombinationspräparate einnahmen, waren die HDL- Werte jeweils erhöht (jeweils plus 5mg).

Reine Gestagen-Präparate sollten den Autoren zufolge bei HIV-positiven Frauen mit kardiovaskulären Risikofaktoren deshalb nur mit Vorsicht eingesetzt werden und Kombinationspräparate sind wegen der Interaktion mit NNRTIs und PIs keine wirkliche Alternative. Neuere hormonelle Kontrazeptiva wie intrauterine Levonorgestrel-Präparate, deren Wirksamkeit wahrscheinlich nur lokal begrenzt ist, sollten deshalb hinsichtlich ihrer metabolischen Störungen untersucht werden.

Womack JA et al. JAIDS Dezember 2009;52(5):581-7

http://natap.org/2010/HIV/011910_03.htm

 

Stand vom  17. Januar 2012 | Copyright 2012 Abbott GmbH & Co. KG | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Druckversion