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Mehr Knochenbrüche bei HIV-Infektion

Die Prävalenz von Knochenbrüchen ist bei HIV-infizierten Personen signifikant höher als in einer HIV-negativen Kontrollgruppe, und das sowohl bei Frauen und Männern als auch bei den kritischen Knochen wie Wirbel, Handgelenke und Hüfte.
Verantwortlich dafür könnte vor allem auch die mitochondriale Toxizität sein.


Zur Erinnerung: Letztes Jahr erschienen die Ergebnisse einer großen Beobachtungsstudie, in der das erste Mal eine höhere Frakturrate bei HIV-Patienten nachgewiesen wurde. Zwischen Oktober 1996 und März 2008 wurden die Daten zu Knochenbrüchen in einer großen Datenbank, der Research Patient Data Registry, zweier großer Krankenhäuser in Massachusetts/USA, ausgewertet. Analysiert wurden die Daten von 8.525 HIVPatienten und 2.208.792 HIV-negativen Patienten.

Das Ergebnis: Pro 100 Personen hatten 2,87 HIV-positive versus 1,77 HIV-negative Patienten Frakturen (p<0,0001). Bei den Frauen betrug die Rate 2,49 versus 1,71 Frakturen pro 100 Personen (p=0,002), vor allem die Rate der Wirbel und Handgelenksfrakturen war bei ihnen höher (0,81 versus 0,45 bzw. 1,31 versus 0,83; jeweils p=0,01); die Rate der Hüftfrakturen unterschied sich dagegen nicht (0,47 versus 0,56; p=0,53). Bei den Männern betrug die Prävalenz pro 100 Personen 3,08 versus 1,83 Frakturen (p<0,0001). Ein signifikanter Unterschied bestand bei den Wirbelfrakturen (1,03 versus 0,49; p<0,0001), Hüftfrakturen (0,79 versus 0,45; p=0,001) und Handgelenksfrakturen (1,46 versus 0,99; p=0,001).
Ob die höhere Frakturrate auf die antiretrovirale Therapie, höhere Rate an Untergewicht bei HIV-Infi zierten oder der HIV-Infektion selber zurückzuführen ist, muss noch untersucht werden. Für Virginia Triant und ihre Kollegen könnte vor allem die mitochondriale Toxizität der NRTIs zu einem vorzeitigen Altern und damit mehr Osteopenie, Osteoporose und Frakturen beitragen.
Diese Daten unterstreichen den Autoren zufolge die Wichtigkeit, bei HIV-Patienten die Knochendichte zu messen und zu kontrollieren und ungünstige Faktoren zu vermeiden. Und die Autoren weisen daraufhin, dass diese Unterschiede mit steigendem Alter der HIV-Patienten noch weiter zunehmen werden.

Triant VA et al. J Clin Endocrin Metab 2008 as doi: 10.1210/jc.2008-0828
http://www.natap.org/2008/HIV/070208_01.htm

 

Stand vom  17. Januar 2012 | Copyright 2012 Abbott GmbH & Co. KG | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Druckversion