Zirkumzision schützt Frauen nicht vor HIV
Eine Beschneidung HIV-positiver Männer verhindert nicht die HIV-Transmission auf HIV-negative Frauen.
Die Zirkumzision verringert das Risiko einer HIV-Infektion für HIV-negative Männer beim Geschlechtsverkehr mit HIV-positiven Frauen um 50-60%; deshalb wird eine Beschneidung mittlerweile von der WHO und UNAIDS in Hochprävalenzländern empfohlen. Andersherum funktioniert es leider nicht, wie eine randomisierte Studie mit fast 1.000 HIV-infizierten Männern und deren Frauen aus Uganda zeigt. Die Studie wurde frühzeitig gestoppt, da Transmissionen nicht nur nicht verhindert wurden, sondern auch vermehrt auftraten. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass die Paare schon wieder Sex hatten, als die OP-Wunde noch nicht komplett verheilt war. Den Autoren zufolge sollten HIV-positive Männer trotzdem weiterhin in den Zirkumzisions-Programmen beschnitten werden, da HPV-Infektionen und Genital-Tumoren damit verhindert werden können, die HIV-positive Männer sonst stigmatisieren und sie die Beschneidung in suboptimalen Verhältnissen durchführen lassen würde.
Wawer M J et al. Lancet 2009 ; 374 :229-237
http://press.thelancet.com/circum.pdf



