HIV-positive Männer haben häufig Analkarzinome
Seit Einführung der HAART steigt das Risiko für HIV-positive Männer, ein HPVassoziiertes Analkarzinom zu entwickeln. Die meisten Männer kennen das Risiko jedoch nicht und lassen deshalb auch kein HPV-Screening machen.
Weltweit steigt die Inzidenz von Analkarzinomen bei HIV-positiven Männern, und das obwohl ein HPV-assoziiertes Analkarzinom wahrscheinlich vermeidbar ist, wenn ein ähnliches Screening wie für Zervixkarzinom bei Frauen durchgeführt wird. In den USA beträgt die Rate von Analkarzinomen in der Allgemeinbevölkerung 1/100.000 Personen. Bei MSM steigt die Rate bereits auf 35/100.000 Personen. Aber bei HIVpositiven schwulen und bisexuellen Männern liegt die Rate noch einmal deutlich höher: Laut Schätzungen bei 75 bis 115 /100.000 Personen, und das nicht nur in San Francisco, sondern weltweit. Michael Berry vom Cancer Center der Universität Californien meint, dass 95% aller HIV-positiven Männern HPV und 50% präkanzeröse Veränderungen haben. Als Grund für die weite Verbreitung von HPV nannte Berry, dass das Risiko von HPV und Genitalwarzen nicht bekannt ist und auch keiner über die Genitalwarzen sprechen möchte. Er fordert, dass Männer, die bereits Genitalwarzen hatten, mindestens mit einem Pap-Test auf HPV untersucht werden sollten.
http://ebar.com/news/article.php?sec=news&article=4361
Palefsky J. Curr Opin Oncol 2009 Sep;21(5):433-8



